Der Grundstein ist gelegt – nun beginnt die wirkliche Arbeit

 

Die Jungen Grünliberalen des Kantons Luzern begrüssen den umfassenden Planungsbericht Klima und Energie. Dieser schafft eine solide Grundlage für eine sachliche und lösungsorientierte Klimapolitik. Im Hinblick auf die Relevanz und Dringlichkeit der Klimakrise sind die Ziele der Regierung jedoch zu wenig ambitioniert, und die aufgezeigten Massnahmen nicht ausreichend. Die Jungen Grünliberalen fordern den Regierungsrat daher auf, noch dieses Jahr einen ersten Sofortmassnahmenkatalog zu verabschieden und die Anliegen der jungen Bevölkerung vermehrt in den politischen Prozess einzubeziehen.

 

Der Regierungsrat hat am 11. Januar 2021 den Planungsbericht Klima und Energie in die Vernehmlassung geschickt. Die Jungen Grünliberalen haben den Bericht geprüft und zusammen mit der Mutterpartei am 4. Mai 2021 eine Stellungnahme eingereicht. Für die Erreichung des Netto-Null Ziels bedarf es insbesondere in den Bereichen Mobilität, Landwirtschaft, Gebäude, Energieversorgung und Konsum weitergehender Massnahmen und einer gemeinsamen, unmittelbaren Anstrengung
über die Parteigrenzen hinaus. Eine rasche und nachhaltige Transformation unserer Wirtschaft reduziert nicht nur langfristig die Kosten für künftige Generationen, sondern sie schafft grössere Resilienz und lokale Wertschöpfungsketten. Für die Zielerreichung spielt die Gesellschaft eine zentrale Rolle. Nebst gezielter Wissensvermittlung braucht es kluge Anreizsysteme, um nachhaltige Verhaltensweisen in der ganzen Bevölkerung zu fördern und zu ermöglichen.

 

Kostenwahrheit und Effizienz – im Verkehr, Gebäudesektor und der Landwirtschaft

 

Durch gemischte und attraktive Agglomerationen sowie die aktive Förderung von Home-Office soll unnötiger Verkehr vermieden werden. Ein konkurrenzfähiger ÖV und ein Ausbau der Fahrradwege soll den Verkehr weiter auf ressourcen- und energieeffizientere Mittel verlagern. Um diese Massnahmen rasch voranzutreiben ist endlich wirkliche Kostenwahrheit zu schaffen. Steuerliche Fehlanreize wie Pendlerabzüge oder unökologische Motorfahrzeugsteuern sind umgehend abzuschaffen. Treibstoffe sind wirksam zu besteuern und die Lenkungsabgaben zweckgebunden einzusetzen.

 

Der Einsatz emissionsarmer oder gar emissionsspeichernder Baustoffe ist zu fördern, jener von energie- und ressourcenintensivem Zement oder Stahl zu reduzieren. Für die Bestandesbauten ist kantonsweit ein Register mit Kennzahlen zum Energieverbrauch und Emissionen aufzubauen, um die energetisch schlechtesten Gebäude zu identifizieren und deren Eigentümerschaft zur Sanierung zu verpflichten. Der Neubau ineffizienter fossiler Heizungen ist nur noch in äussersten Ausnahmefällen zu bewilligen.

 

Auch die Landwirtschaft muss sich wandeln. Nur ressourcen- und bodenschonende Anbaumethoden erlauben eine nachhaltige Sicherung der Biodiversität und damit unserer Lebensgrundlage. Durch die Reduktion der Tierbestände, den Einsatz innovativer, neuer Technologien und emissionsbindender Bodenzusätzen, sowie die Erschliessung neuer Absatzmärkte soll auch die Landwirtschaft einen ambitionierteren und resilienteren Pfad verfolgen. Die Verschwendung kostbarer Lebensmittel können wir uns nicht mehr länger leisten. Hier braucht es gezielte Massnahmen auf allen Ebenen der Versorgungskette.

 

Rasches Handeln und Einbezug der Jungen

 

Spätestens seit dem Frühling 2020 ist klar, wie eine koordinierte Krisenbewältigung und breite Solidarität aussehen könnte. Die aufzeigten Massnahmen, die Vorbehalte bezüglich deren Kosten und insbesondere die Umsetzungsgeschwindigkeit wird der Klimakrise daher in keinster Weise gerecht. Noch ist eine ähnliche Solidarität gegenüber unserer und künftiger Generationen spürbar. Durch Einbezug der jungen Bevölkerung sollen deren Anliegen vermehrt angehört werden und in die politischen Entscheidungsprozesse einfliessen.

 

Der Kurs ist längstens klar. Nun müssen den Worten Taten folgen.

 


Medienmitteilung als PDF

Zum Planungsbericht Klima & Energie des Kantons Luzern (PDF)

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